Der 14. Februar gilt als Tag der Liebenden – auch wenn böse Zungen den Valentinstag als Erfindung der Blumen- und Geschenkkartenindustrie bezeichnen. Dennoch feiert ihn die ganze Welt, jedes Land auf seine eigene Weise.
Und seinem Liebsten oder seiner Liebsten ein Geschenk als Zeichen der Liebe zu machen ist keineswegs eine Idee unseres Jahrhunderts. Das Brauchtum des Valentinstags geht zurück bis ins
Jahr 496 n. Chr.
Der Valentinstag: Zu Ehren eines Märtyrers
Welcher Valentin genau der Namensgeber dieses Tages ist, lässt sich nicht genau belegen, denn es gibt gleich mehrere Märtyrer mit diesem Namen. Als wahrscheinlichster Namensvater gilt
Bischof Valentin von Terni. Im dritten Jahrhundert traute er mehrere Brautpaare nach christlichem Recht, darunter auch römische Soldaten, denen es auf kaiserlichen Befehl hin verboten war. Nach der Trauung schenkte Valentin den Frischvermählten Blumen aus seinem Garten und die Ehe stand unter einem sehr guten Stern - jedenfalls erzählt uns das die Überlieferung. Valentin von Terni wurde auf Befehl von Kaiser Claudius II.
am 14. Februar 269 enthauptet. 496 erklärte Papst Gelasius I. den Tag zum Gedenktag an den
Heiligen Valentin.
Die Romantik des Geoffrey Chaucer
Dass der Valentinstag schon
im Mittelalter gefeiert wurde, darauf deutet ein Gedicht des englischen Dichters
Geoffrey Chaucer hin. Sein
"Parlament der Vögel" wurde 1383 angeblich anlässlich einer Valentinsfeier am Königshof von Richard II. vorgetragen. Es handelt von einem Schwarm Vögel, welcher sich zu diesem Tag versammelt, um sich einen geeigneten Partner zu suchen und mit ihm gemeinsam die Göttin Natur zu feiern.
Weitere englische Dichter wie
John Donne oder
Edmund Spenser beziehen sich in ihren Liebesgedichten auf den Valentinstag, wie auch
William Shakespeares Heldin Orphelia in
"Hamlet". Es kann angenommen werden, dass sich die Liebespaare des Mittelalters, der Renaissance und der frühen Neuzeit schon mit kleinen Präsenten ihre Liebe bewiesen. Ein Brauch, der sich bis heute hält und auf der ganzen Welt in verschiedenen Formen zelebriert wird.
Der Valentinstag weltweit
Fast den Status eines Feiertags wie Weihnachten hat der Valentinstag
in den USA. Blumen, Karten, Süßigkeiten und Unterwäsche – es gibt kein Geschenk, das die Amerikaner ihren Liebsten als Zeichen der Anerkennung nicht machen. Ihre Vierbeiner eingeschlossen. Wobei es mittlerweile auch um Beliebtheit geht, denn viele amerikanische Teenager meinen anhand der Anzahl ihrer erhaltenen Valentinstagskarten ihre Beliebtheit unter Freunden und Klassenkameraden messen zu können. Bedauerlich für den, dessen Briefkasten leer bleibt.
Um wahre Freundschaft geht es hingegen
in Finnland. Am Ystävänpäivä, wie der Valentinstag dort heißt, schickt man denjenigen, die man besonders mag und schätzt, kleine Geschenke. Natürlich anonym.
Auch die Asiaten feiern ihre ganz eigene Version des Valentinstags.
In Japan und Südkorea gibt es noch den White Day (14. März) und den Black Day (14. April). Erhalten Japaner von ihrem Liebsten Schokolade am Valentinstag, wird erwartet, dass sie sich am White Day mit weißer Schokolade revanchieren. Und wer in Südkorea dann an beiden Tagen leer ausgeht, isst am Black Day Nudeln mit schwarzer Soße.
Traditionelles oder Ausgefallenes zum Valentinstag
Besonders Frauen erwarten am Valentinstag eine kleine Aufmerksamkeit ihres Liebsten. Vergisst er dies oder schenkt er wieder nur Blumen von der Tankstelle, kann dies zu einer handfesten Beziehungskrise führen. Deswegen geraten viele Männer schnell ins Schwitzen, wenn es um das passende Präsent geht.
Es muss jedoch nicht immer teure Spitzenunterwäsche, Parfüm oder Pralinen sein. Wer selbst kreativ wird, dem ist das Lob der oder des Angebeteten sicher.
Warum also nicht mal
ein romantisches Essen für zwei ausrichten? Den Rahmen und die Kleiderordnung legen Sie selbst fest. Oder eine
Fotokollage zusammenstellen oder ein
T-Shirt mit einer Liebeserklärung bedrucken lassen?
Für Naschkatzen bietet es sich an, Schokolade und Pralinen einmal selbst herzustellen. Im Internet bieten verschiedene Shops an, eine ganz individuelle Schokolade herzustellen, die mit ausgefallenen Kreationen den Geschmack eines jeden Feinschmeckers befriedigt. Ganz Mutige und Experimentierfreudige versuchen sich selbst bei der Schokoladenherstellung. Im Buch- und Haushaltswarenhandel sind entsprechende Rezeptbücher und Zubehör erhältlich. So klappt es auch mit den ganz persönlichen Pralinen.
Aber egal, ob Selbstgebasteltes oder liebevoll im Kaufhaus ausgesucht,
was zählt ist die Geste. Und die größte Freude macht man seinen Lieben doch sowieso, wenn man ihnen sagt, was sie einem bedeuten. Dazu braucht man noch nicht einmal den Valentinstag.
Autor: Jutta Ladwig
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